Simon Boccanegra » Oper Frankfurt
Director – Christoph Loy
Blanke Gefühle
Christof Loys Inszenierung von Verdis „Simon Boccanegra“ wurde an der Oper Frankfurt wieder aufgenommen.
Loy hat die Frankfurter ja mit brillanten Aufführungen begeistert – erinnert sei an die singuläre „Entführung“. Und dennoch befällt einen das Gefühl, dass er mit diesem „Simon Boccanegra“ (in der Verdi-Rezeption nicht eben ein Liebling) einen neuen Gipfel erreicht.
Gewiss hängt dies mit dem einzigartigen Einstieg in die Geschichte zusammen: Chor und auch einige Solisten stehen minutenlang auf der leeren Bühne (später weiß man: Die bleibt, von einigem Gestänge an der Rändern und bisweilen dem Meeresvorhang im Hintergrund, immer „leer“. Bühnenbild: Johannes Leiacker), regungslos und stumm wie das Orchester, ehe fast zärtlich-leicht die Musik beginnt. Einige Besucher verkraften diese „Konfrontation“, dieses Aug in Auge als bedrängende Konzentrationsübung nicht, beginnen wild zu klatschen oder auch zu blödeln – man vergisst sie bald.
Loy aber zeigt nicht Haupt- und Staatsaktionen, sondern Menschen in ihrer Not und Größe, in ihrer Einsamkeit und dem Druck ihrer Ängste, „eine Bühne blankliegender Gefühle“, heißt es in unserer Premierenkritik, von einem strengen Rhythmus gelenkt, ohne Hast, ohne Überdrehung, mit Sorgfalt und Weisheit gezeichnet.
Zeljko Lucic ist dabei in der Rundung, Geschmeidigkeit des Gesangs, in der Nuancierung der Stimmungen ein perfekter Simon. Und Annalisa Raspagliosi als Amelia ist eine nicht weniger perfekte Partnerin, „glutvoll“, empfindungsreich und einfach überwältigend schön singend.
Auch Balint Szabo als Fiesco ist dem Simon ein kaum weniger souveräner Widerpart. Neu im Ensemble: Aleksander Antonenko, der als Gabriele Adorno allen Glanz und die Agilität eines „tenore spinto“ bei unaufgeregten Registerwechseln demonstriert – kein Wunder, wenn ihn Muti als Otello für Salzburg haben will. Mark Shanahan steht nun am Pult, auf ruhige Weise wird er den Stimmungen gerecht, trägt sie in reichen, doch nie protzenden Farben vor. Auch hier: Verdi gegen seine blinden Verehrer verteidigt. Viele Bravos. (jö) » Frankfurter Neue Presse
Mark Shanahan conducts in a serene and calm way, he captures the right mood and delivers it in rich but never showy colours. Here again Verdi is defended against the blind worshippers. Lots of Bravos.
Leidens-Bilder
Die revolutionäre Kraft des Risorgimento ist versiegt, Verdi revidiert (mit Arrigo Boito!) 1881 seinen Simon Boccanegra, sieht offenbar nicht mehr die nationale Botschaft als Fokus, entwickelt vielmehr Bilder des – durchaus auch politisch begründeten – individuellen Leidens.
Die Bühne ist leer, Stahlkonstruktionen überbrücken sie, stählerne Treppen führen nach außen, ein gewaltiger Meeres-Prospekt bildet die Rückwand: Johannes Leiacker vermittelt kalte Distanz, schafft Räume für isoliertes Leiden auf freier Fläche.
Christof Loy präsentiert den Chor – ganz in Schwarz – zu Beginn in fast fünfminütiger Starre: es geht um Leben und Tod, und Verdis Musik kommt tragik-schwanger aus der unheilvollen Stille; der beklemmende Schluss greift Bild und Musik auf – das Leiden hat eben kein Ende. Der Doge, Fiesco, sogar der intrigante Paolo, Adorno und Maria/Amelia erleben ihre Passionen, starr verharrend, mit existentieller Konzentration. Christof Loy gelingen Szenen von extremer Intensität – und dabei permanent die altersweise Musik Verdis als moribunde Disposition verinnerlichend.
Mark Shanahan interpretiert mit dem Frankfurter Museumsorchester dieses hochemotionale Verständnis der Verdi-Komposition mit hingebungsvoller Sensibilität, fast zärtlichem Eingehen auf die elementaren Gefühle der Protagonisten, lässt Zeit für Phasen des Verinnerlichens – steigert die emotionale Spannung des Mit-Leidens, hält diesen Bogen über den gesamten Abend, und erreicht dieses geradezu wundersame musikalische Erleben durch das konzentriert-gefühlvolle Mitwirken aller Musiker.
Die Solisten der Frankfurter Oper realisieren diese Konzentration von Emotionen und dem Insistieren auf der Würde der Charaktere mit stupender Bühnen- und Gesangs-Kunst. Sie haben das starr-ausdrucksstarke Handeln verinnerlicht, brillieren nicht oberflächlich-spektakulär, sondern vermitteln Seelenkräfte in extremster Konzentration. Aber sie haben – natürlich – auch alle ihre großen Auftritte: Annalisa Raspagliosi als gequält-liebende Maria/Amelia mit einem luziden Sopran, der in allen Lagen differenzierte Gefühle bewegend artikulieren kann. Aleksandrs Antonenko, dem die Zwischentöne des Gabriele Adorno mit ergreifendem Spinto gelingen. Bálint Szabó verleiht dem Fiesco mit großartig-ausdrucksvollem Bass ambivalenten Charakter. Johannes Martin Kränzles mordlüsterner Paolo gewinnt durch kraftvoll-variablen Bariton glaubwürdige Statur. Dietrich Volle als Pietro und Ricardo Iturra als Hauptmann überzeugen in „kleineren“ Rollen. Und Zeljko Lucic ist ein faszinierender Boccanegra – was dieser begnadete Sänger-Darsteller als Persönlichkeit vermittelt, ist derzeit wohl unerreicht: Leidenschaft, unterdrückte Rachegelüste, Liebe zur Tochter, politische Ideale des Ausgleichs, Resignation, Todes-Ahnung – dies alles wird mit einer Stimme existenziell bedeutsam, die in ihrer klangschön-differenzierten Präsenz geradezu atemlos lauschen lässt, deren Klang noch stundenlang nachschwingt.
Im Frankfurter Opernhaus herrscht höchste Konzentration. Das Publikum folgt gebannt, ist sich offenbar dem Exzeptionellen der Aufführung bewusst – standing ovations am Schluss, und lange nachher noch reflektierende Gespräche über dieses überwältigende Ereignis. » Opernnetz
Mark Shanahan interprets with the Frankfurt Museum Orchestra this highly emotional understanding of the piece, showing devotional sensitivity and tender interactions to the grand elemental emotions of the protagonists, he gives time for the moments of intimacy and enhances the emotional tension of the compassionate moments. He structures a broad arch over the whole evening and achieves a perfectly wonderful musical experience by the concentrated and emotional collaboration of the ensemble.
The audience was electrified, obviously aware of the exceptional nature of the 14 performance – standing ovations and discussions long into the night about this overwhelming experience.
Schweigen ist goldrichtig
„Simon Boccanegra“ läuft wieder in Frankfurt
Giuseppe Verdi begann seine Karriere als Schreiber wohlfeiler Dutzendopern und beendete sie als tiefgründiger Musikdramatiker. Vier Werke seiner mittleren Periode unterzog er später gründlichen Überarbeitungen, um sie seinen gewachsenen Ansprüchen anzupassen. Während in “La Traviata” und “Un ballo in maschera” das die Opern beschließende Sterben noch mit einem plump-lauten Standardschluss übertüncht wird, obsiegt in der Zweitfassung von “La forza del destino” (1869) erstmals der Mut zur finalen Wort- und Tonlosigkeit. In seiner dieses Jahr entstandenen Frankfurter Neuinszenierung des 1857 uraufgeführten und 1881 überarbeiteten “Simon Boccanegra” hat Christof Loy diese Errungenschaften des gereiften Verdi verabsolutiert. Im skelettierten Bühnenbild von Johannes Leiacker konzentriert er sich auf die inneren Beziehungen der Menschen. Die politisch-gesellschaftlichen Aspekte des Werkes bleiben hingegen weitgehend ausgespart. Die Macht und Stellung des Dogen Simon Boccanegra dokumentiert lediglich dessen sporadisch getragener Umhang.
Integraler Bestandteil von Loys reduktionistischem Konzept ist eine viereinhalb Minuten lange, geräusch-, ton- und bewegungsfreie Chorstarre vor dem eigentlichen Beginn. Mehr noch als bei der Premiere sahen es Teile des Publikums bei der Wiederaufnahme des Werks als Verdienst an, dieses Vorspiel durch lautstarke Störmanöver kaputtzumachen. Verdi hat das Element der Stille mit zunehmender Reife vermehrt in seine Werke eingebaut. Selbst in der Prunkoper “Aida” dominiert sie das Ende. Loy hat diesen Aspekt mit gutem Recht einmal voran- und ausgestellt. Verstanden haben das selbst von den fachlich geschulten Rezensenten der Premiere nur wenige. Einem breiteren Publikum ist Verdi ohnehin einseitig als Meister des Eingängigen präsent, mit “Gefangenenchor”, “Triumphmarsch” und anderen Wunschkonzertnummern ins musikalische Gedächtnis eingebrannt. Der Faszination des eigentlichen Spiels konnte sich das Publikum allerdings nicht entziehen. Das verdankte sich dem einfachen Umstand, dass Loys Konzept von den Ausführenden verstanden, mitgetragen und auf einem außerordentlichen Niveau umgesetzt wurde.
Vom Dirigentenpult aus destillierte Mark Shanahan authentische Emotion ohne wohlfeiles Vibrato und Klangkitsch, konstruierte klare dramatische Aussagen und Beziehungen. Auf der Bühne gewährleistete das mit der Premierenbesetzung weitgehend übereinstimmende Sängerensemble Exzellenz. Bálint Szabó gab den Fiesco machtvoll und starr, Johannes Martin Kränzle konturierte den Paolo als Amalgam aus Intelligenz, Falschheit und Ehrgeiz. Mit leidenschaftlich glühendem, stählernem Timbre bekräftigte Aleksandrs Antonenko den Anspruch des Gabriele Adorno auf die Hand von Maria alias Amelia und die Nachfolge des amtierenden Dogen Boccanegra. Annalisa Raspagliosi gestaltete die einzige weibliche Rolle mit überzeugender Präsenz: einerseits Engel, andererseits selbstbewusste junge Frau. Eine Klasse für sich blieb Zeljko Lucic in der Titelrolle: Von ausgezeichneter Fülle und Nuancierungsfähigkeit der Stimme, erwies sich der Bariton in der Gestaltung der den Dogen bedrängenden Empfindungen zugleich als Charakterdarsteller von Format. » Frankfurter Allgemeine Zeitung
From the desk, Mark Shanahan distils the authentic emotion without unnecessary or kitschy sound. He constructs clear and dramatic statements and relationships.
Death in Venice » Oper Frankfurt
Director – Keith Warner
Er konnte seine reiche Erfahrung mit Gesangpartien aus Brittens Werken überlegen einsetzen und war Mittelpunkt einer von Mark Shanahan ebenso spannungsvoll wie klanglich differenziert gestalteten Aufführung. » Gerhard Schroth – Frankfurter Allegemeine Zeitung
Das stark beteiligte Ensemble des Hauses agiert ansonsten wach und perfekt wie immer; Mark Shanahan gibt der Musik kammermusikalische Konturen und den Sängern Platz, sich zu entfalten. „Death in Venice“ gehört zu den herausragenden Produktionen der Loebe-Ära in Frankfurt – darf man das schon sagen?
» Andreas Bomba – Frankfurter Neue Presse
,und am Pult des Museumsorchesters lässt nun der Brite Mark Shanahan Brittens Musik weniger strukturstreng als schillernd und farbenreich wirken. » Axel Zibulski – Offenbach-Post
Die musikalische Leitung hat Mark Shanahan. Nigel Robson gibt in der Partie des Aschenbach sein Debüt an der Oper Frankfurt. Auch der junge deutsche Countertenor Steve Wächter (Apollo) singt erstmals am Main. Weitere Partien werden von Sängerinnen und Sängern des Frankfurter Ensembles übernommen, angeführt von Nathaniel Webster, der mit der anspruchsvollen Partie des Traveller sein Rollendebüt vorlegt. » Journal Frankfurt Online
Suggestiver Tod in Venedig. Wieder im Spielplan der Oper
Auch beim wiederholten Sehen büßt Keith Warners Frankfurter Inszenierung von Benjamin Brittens Oper Death in Venice nichts von ihrer Suggestionskraft ein. Die Gratwanderung zwischen Realität und Phantasie, Antike und Gegenwart gewinnt im Verlauf der beiden Akte an atemberaubender Intensität. Die Randfiguren treten nur diskret in Erscheinung und erstarren mitunter in ihrer Bewegung: Alles ist auf Aschenbach hin gerichtet. Britten verlangt der Gestalt größte Ausdauer und Spannkraft ab. Dass die Wiederaufnahme der Inszenierung vom Februar 2006 zum Erfolg wurde, ist der stimmlichen wie darstellerischen Potenz von Nigel Robson zu danken.
Er konnte seine reiche Erfahrung mit Gesangpartien aus Brittens Werken überlegen einsetzen und war Mittelpunkt einer von Mark Shanahan ebenso spannungsvoll wie klanglich differenziert gestalteten Aufführung. Seine Wandlungsfähigkeit bewies Nathaniel Webster in wechselnden Rollen, die schon in Thomas Manns Novelle unheilschwanger den Weg Aschenbachs markieren. Ein vielversprechendes Debüt als Apollo gab der junge Steve Wächter. Die zahlreichen Randfiguren – erstmals Britta Stallmeister mit der fatalen Erdbeere und der falschen Zeitung – waren angemessen besetzt, bis hin zu dem Pianisten im Hintergrund der Bühne, für den Hilko Dumno seine reaktionsschnelle Sensibilität des Liedbegleiters diskret und unüberhörbar einbrachte. Lobenswert auch der prägnant und klangschön singende Chor, der mit dem schlagzeugbewehrten Orchester die ganze Phantastik der Tonsprache Brittens zum Klingen brachte. Ein schöner Baustein der Britten-Pflege in Frankfurt. » Gerhard Schroth – Frankfurter Allgemeine Zeitung
An der Frankfurter Oper wurde Benjamin Brittens Death in Venice wiederaufgenommen.
Tod in Venedig ist ein Film von Luchino Visconti, eine Novelle von Thomas Mann und eine Oper von Benjamin Britten. Alle drei haben miteinander zu tun. Das Faszinosum des Morbiden verbindet sich mit Endzeitstimmung und latenter Homo-Erotik zum Trugbild einer untergehenden – oder soll man sagen: die Menschen trotz allem überlebenden? – Welt
Britten schrieb diese letzte Oper im Zeichen unheilbarer Krankheit. Sie bestätigt noch einmal seine Kunst, mit scheinbar leichter Hand Musik zu purem Ausdruck zu formen, immer mit Blick auf den Menschen, seine Leiden und Leidenschaften. Keith Warners Inszenierung, im Premierenjahr mit Lob überschüttet, kehrt jetzt auf die Frankfurter Opernbühne zurück. Wieder beeindrucken die existenziell-kargen Bilder, die gerüstartigen, geometrischen Elemente, die sich im ersten Teil zu soviel abstrakter Stadt- und Hotellandschaft formen lassen, scherenschnitthafte Licht- und Dunkelwirkungen, und im zweiten Teil die von der drohenden Cholera verdüsterte Atmosphäre, in der auch die immer wieder hereingezogenen Bilderrahmen keine Ordnung zwischen Träumen, Visionen und Wahn schaffen. Die wichtigsten Partien sind neu besetzt. Mit beeindruckender Präsenz und stimmlicher Biegsamkeit geht Nigel Robson in der Rolle des Schriftstellers Aschenbach auf. Nathaniel Webster schafft es, sieben verschiedenen Nebenrollen scharfe und dramatisch bewußte Charaktere zu geben, Steve Wächter ist der Counter-Apollo; einzig Laurenz Johannis Leky ist geblieben: Tadzio, das knabenhaft verlockende Objekt der Begierde. Das stark beteiligte Ensemble des Hauses agiert ansonsten wach und perfekt wie immer; Mark Shanahan gibt der Musik kammermusikalische Konturen und den Sängern Platz, sich zu entfalten. Death in Venice gehört zu den herausragenden Produktionen der Loebe-Ära in Frankfurt – darf man das schon sagen? » Andreas Bomba – Frankfurter Neue Presse
Stadt im Traumzustand. Nigel Robson veredelt Death in Venice-Wiederaufnahme
Von Thomas Manns Tod in Venedig ließ sich Benjamin Britten zu seiner letzten Oper inspirieren: Death in Venice, 1973 uraufgeführt, entstand etwa zeitgleich zur berühmten Verfilmung der Novelle durch Luchino Visconti, der die melancholische Stimmung der Lagunenstadt mit eingängigen sinfonischen Klängen Gustav Mahlers unterlegte. Da wirkt Benjamin Brittens Opernmusik gewiss spröder, sperriger, aber sie ist mit ihrer schlanken, oft auf bloß instrumentalsolistische Begleitung angelegten Partitur eine hoch sensible Vertonung dieser Innenschau der Hauptfigur, des in Zeiten einer Cholera-Epidemie todgeweihten Dichters Aschenbach.
So kommt in Keith Warners Frankfurter Inszenierung von Death in Venice, die jetzt zum ersten Mal wiederaufgenommen wurde, der Video-Projektion zu Beginn des Werks eine Schlüsselstellung zu: Man sieht ein menschliches Gehirn, dessen Bild sich allmählich zu einer Totalen auf die Lagunenstadt verändert. Wie aufgehoben wirken die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Imagination dieses Aschenbach, der im Körper des Jungen Tadzio (Laurenz Johannis Leky) jene Vollendung erkennen will, die er in seinem Werk nie erreicht zu haben glaubt.
Dem homoerotischen Grundton des Werks trägt Regisseur Warner beispielsweise durch Filmeinspielungen von jungen Männern im sportlichen Wettkampf Rechnung; ein beweglicher Kubus und die variablen Rahmen, die im zweiten der beiden Akte zum Einsatz kommen, erlauben schnelle, bruchlose Szenenwechsel auf der, typisch Keith Warner, dunkel gehaltenen Bühne.Die vokale Bilanz von Death in Venice steht und fällt regelmäßig mit der Leistung in der Titelpartie. Bei der Wiederaufnahme trat in Frankfurt erstmals der ausgewiesene Britten-Spezialist Nigel Robson auf: Sein Aschenbach besticht durch eine Leichtigkeit und vokale Elastizität noch in den höchsten Registern, die englische Diktion ist zum Mitschreiben klar, seine Kondition in dieser ausladenden, von Britten einst für seinen Lebensgefährten Peter Pears geschriebenen Partie beachtlich. Erstmals singt Ensemblemitglied Nathaniel Webster Aschenbachs Gegenspieler in vielen Gestalten, entstellt ihn als Frisör zu lächerlicher Jugendlichkeit, gibt den windigen Hotelmanager ebenso wie die Dionysos-Figur. Als Apollo debütiert der viel versprechende Countertenor Steve Wächter in Frankfurt. Die zahlreichen Nebenpartien sind wie bei der Premiere im vergangenen Jahr ganz überwiegend solide, dabei teils mit Chormitgliedern besetzt, und am Pult des Museumsorchesters lässt nun der Brite Mark Shanahan Brittens Musik weniger strukturstreng als schillernd und farbenreich wirken. » Axel Zibulski – Offenbach-Post
Tosca » Oper Frankfurt
Director – Alfred Kirchner
Zu danken ist dieser neuerliche Erfolg vor vollbesetztem Haus zu einem gut Teil der Leitung von Mark Shanahan. Der international erfolgreiche Dirigent aus England schlug einen nie arbeißenden Spannungsbogen über die drei Akte. Mit zügigem, aber nie gehetztem Ablauf machte er die Schreckensszenen im xweiten Akt wie vor der lyrischen Ruhepunkten Zeit zum Atmen. Wann gab es schon einmal Szenenapplaus nach dem Abgang Toscas im ersten Akt? » Gerhard Schroth – Frankfurter Allgemein Zeitung
Thanks to Mark Shanahan, the English conductor, Tosca gained new popularity on the performance at Oper Frankfurt before a full house. The internationally acclaimed conductor created an on-going suspense that stretched over the three acts. His constantly moving but totally unhurried approach made the terror scenes before the torture in the second act bearable. At the same time Mark Shanahan allowed breathing time for the lyrical still points. Was there ever a time when there was spontaneous applause when Tosca had left the stage in the first Act?
Der englische Dirigent, Mark Shanahan sorgt für präzise dramatische Impulse aus dem Orchestergraben. » Stefan Michalzik – Offenbach-Post
The English conductor, Mark Shanahan, provides timely dramatic impulses from the orchestral pit.
Nabucco » Oper Frankfurt
Director – Bettina Giese
Unter der Leitung von Mark Shanahangelingt eine be-eindruckende Auffächerung musikalischer Gehalte. » Benedikt Stegemann – Frankfurter Allgemine Zeitung
Auf ungeteilte Zustimmung traf auch das unter der Leitung von Mark Shanahan kontrastreich agierende Museumsorchester, dessen Bläser wieder hervorragend aufgestellt waren. » Matthias Gerhart – Frankfurter Neuer Presse
…die ein in den Frien anscheinend gut erholtes Museumsorchester unter der Leitung Mark Shanahan zu Gehör brachte. Kein Feuerwehrkapellen-Klamauk und Dezenz in den dem unterdrückten Volk der Hebräer beistehenden Partien. » Bernhard Uske – Frankfurter Rundschau



